In der Novemberausgabe des Magazins „Neue Energie“ hat Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie, in einem editorial zum Klimagipfel deutlich gemacht, dass die Energiewende eine Chance ist, künftige Flüchtlingskrisen zu vermeiden.
Hermann Albers in „Neue Energie“: „Die Bilder von unendlichen Flüchtlingsströmen begleiten uns diese Wochen überall: Männer, Frauen und Kinder flüchten aus ihrer Heimat im Nahen Osten und in Nordafrika. Niemand verlässt seine Heimat freiwillig, niemand macht sich auf diesen langen und gefährlichen Weg, wenn es eine reelle Chance gäbe, zu Hause in Frieden leben zu können.
Viele dieser Menschen strömen nach Europa, vor allem nach Deutschland. Und dort wird schon bei der ersten Million Ankommenden die Frage gestellt: Wie sollen wir das schaffen? Wird nicht an diesen Ereignissen deutlich, wie wichtig vorausschauende Politik ist? Europa hat sich lange Zeit zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Viele Jahre wurde über die europäische Integration gestritten. Dann musste akut die europäische Einheit in Form des Euros gerettet werden.
Zu wenig haben wir uns aber um die friedvolle Entwicklung des arabischen Frühlings gekümmert. Grundlage dafür wäre eine steigende Entwicklungshilfe gewesen, um für wirtschaftliche Stabilität zu sorgen. Diese Mittel wurden aber nicht aufgestockt, sondern gekürzt. Anders als die Waffenexporte Deutschlands, die allein im ersten Halbjahr 2015 um über 50 Prozent gestiegen sind. Jetzt stehen wir vor den Folgen. Wieder einmal zeigt sich, dass eine wenig vorausschauende Politik für viele Menschen folgenschwer bis dramatisch und zuweilen sogar tödlich ist. Ich finde das erschreckend.